Medienmitteilung                       27. April 2017

Die IG Riedbach fordert die Zusammenarbeit beim Unterhalt von Rollmaterial mit den SBB – ein Werkstattneubau ist nicht notwendig. Bis heute beharrt die BLS darauf, dass ein Werkstatt-neubau für den reibungslosen Betrieb der SBahn Bern notwendig sei. Aus Gesprächen mit einem hohen SBB-Topkader kommt klar hervor, dass die SBB den Rollmaterialunterhalt für die S-Bahn der BLS in den eigenen, bereits vorhandenen Werkstätten ohne Neubau abdecken kann. Zudem wurde die SBB nie offiziell angefragt, diese Dienstleistung für die BLS zu erbringen - ganz im Gegenteil zu den bisher gemachten Aussagen der BLS. Ein Neubau einer 7x24h Werkstatt ist bei einer Zusammenarbeit nicht nötig und eine völlig sinnlose Verschwendung von Wald- und Kulturland!

 

Die Werkstätte Aebimatt in Bern, welche die BLS bis 2019 nutzen kann, gehört der SBB. Eine zweite Werkstätte besitzt die SBB in Biel. Gemäss einem Schreiben der SBB fanden 2014 zwischen der SBB und der BLS Gespräche statt, bei denen der Fokus des Unterhalts auf die Serviceanlage der SBB in Biel stattfand. Da sich die SBB und die BLS jedoch nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen konnten (Haltung BLS: Instandhaltung mit eigenem Personal, Haltung SBB: Instandhaltung mit SBB-Personal, Verkauf von Leistungen an die BLS) wurde die Variante Biel verworfen und nicht weiterverfolgt. Der Fokus der SBB wurde in diesen Gesprächen 2014 auf die Weiterbenutzung der Aebimatt gelegt, welche der BLS per 2019 gekündet wurde.
Wenn sich die SBB bei der Konzessionsvergabe durch den Bund um den Regionalverkehr der S-Bahn Bern bewerben würde und diesen Zuschlag erhält, könnten die SBB den Rollmateri-alunterhalt in ihren Werkstätten abdecken. Ein Neubau einer Werkstatt sei nicht nötig, liess uns ein Konzernleitungsmitglied wissen. Mit der Aebimatt in Bern, den BLS-Werkstätten in Oberburg, Spiez und Bönigen sowie der derjenigen der SBB in Biel ist genügend Kapazität für den Rollmaterialunterhalt im Kanton Bern vorhanden. Die IG Riedbach fordert die Bahngesell-schaften und die zuständigen Behörden auf, diese Tatsache zu akzeptieren. Eine entsprechende Motion im Grossen Rat, welche die Zusammenarbeit zwischen SBB und BLS im Rollmaterial-unterhalt fordert, wurde am 18.11.2015 mit grosser Mehrheit angenommen. Bis heute beschränkt sich diese Zusammenarbeit jedoch nur auf die gemeinsame Suche für Abstellflächen in der Region Bern. Seit der Annahme des neuen Raumplanungs-gesetzes 2013 sollten Neubauten auf der grünen Wiese eigentlich erschwert sein. Der Bund und der Kanton Bern, welche die Aktien-mehrheiten der beiden Bahngesellschaften besitzen, müssen hier mit einem guten Beispiel vorangehen. Es kann nicht sein, dass über 14 Hektaren Frucht-folgefläche geopfert werden und zusätzlich eine 40-tönnerfähige Zufahrtsstrasse durch den Spilwald gebaut wird, weil eine Zusammenarbeit zweier Bahnen wegen einer vom BAV absichtlich gewollten Konkurrenz-situation nicht möglich sein soll. Der Verein IG Riedbach wird alles daran setzen, dass die ausreichend vorhandenen Unterhaltskapazitäten über die Grenzen von BLS und SBB hinweg genutzt werden und ein dadurch völlig unnötiger Werkstattbau inmitten einer intakten Natur verhindert wird. Es ist Zeit, wieder die Vernunft walten zu lassen und den Wachstumsgelüsten der BLS auf Kosten der Steuerzahler Einhalt zu gebieten!

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2017-05-03 Medienmitteilung IG Riedbach.
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